Sportfabrik Bremersmann- Du arbeitest für Dich.

Zwei Fäuste für die Fitness

Es sind keine Schlägertypen, die in der Sportfabrik Bremersmann boxen. Der sportliche Umgang mit den Fäusten trainiert Muskeln, Konzentration, Schnelligkeit und Beweglichkeit. Ein Sport auch für Frauen.

von Bernd Geisler, Bergische Morgenpost im März 2008

Remscheid Hardrock der Marke "AC/DC" dröhnt aus den Lautsprechern über der Theke des Rock-Cafés. Der Blick schweift über das hübsche Mädel hinter dem Tresen durch eine Glastür in einen Boxraum. Groß wie ein Tanzsaal, mit breitflächigen Spiegeln an den Wänden und gelblichem Fußboden, bietet er Platz genug für fünf Paare, die sich mit Boxhandschuhen bewaffnet gegenseitig umtänzeln, um im nächsten Augenblick ihre Fäuste fliegen zu lassen. Vier Fäuste für ein Halleluja?
Helmut Bremersmann grinst und winkt ab. "Zwei Fäuste für die Fitness", erläutert er. "Wir wollen definitiv keine Schläger". Er mag keine Boxer, die mit "breit geschlagener Birne durch die Gegend laufen". Wer den Chef betrachtet, weiß sofort wovon Bremersmann spricht. Mit langen, blonden Haaren gleicht der durchtrainierte, aber nicht muskelbepackte Besitzer der Sportfabrik Bremersmann von weitem dem Sänger Brian Connolly der früheren Glamour-Beat-Band "The Sweet". Aus der Nähe gesehen leuchten zwei lustige Augen aus einem durch 55 Lebensjahre geprägtem Gesicht: lässig, trotzdem freundschaftlich Respekt einflößend.
Der "reinrassige Ostfriese mit Stammbaum" ist gelernter Bäcker, Konditor und Koch. Wie wird man mit dieser Berufsausbildung Besitzer eines Fitness-Centers? "Mit 14 Jahren packte mich Taekwon-Do. Ich trainierte in meiner Freizeit während ich hauptberuflich in Düsseldorfer Spitzenhotels kochte." Sein Training hat sich gelohnt: Fünfmal deutscher Meister, dreimal Westdeutscher Meister, einmal Holländischer und einmal Englischer Meister. In Remscheid arbeitet er als Taekwon-Do-Trainer seit 1976, seit sechs Jahren betreibt er die Sportfabrik-Bremersmann. "Boxen ist das optimale Training, um fit zu werden und zu bleiben", sagt er. "Es werden alle Muskeln trainiert, die Konzentration wird geschärft, Schnelligkeit und Beweglichkeit werden geschult." Wem das nicht reicht, der kann im Bodystudio seinen Körper "stylen". "Du arbeitest für Dich", steht auf allen T-Shirts. Das ist sein Credo. Es geht nicht um modische Trends und vordergründige Effekthascherei. Sein Geschäft betreibt er mit Herzblut und Hingabe. Fitness-Raum, Sauna und Sonnenterrasse runden das Angebot ab. "Ich massiere meine Kunden, die Rückenschmerzen haben, gegen eine Spende für den Remscheider Tierschutz", sagt Bremersmann.
Frauen beim Boxtraining
Johannes Frias gehört zu den Personen, die "mit Freude zum Boxen kommen." Der 19-Jährige stand 2007 im Kickboxen als Internationaler Deutscher Meister und Deutscher Vize-Meister auf dem Siegertreppchen. "Es macht Spaß", sagt der drahtige Mann. Er betätigt sich auch als Co-Trainer für Helmut Bremersmann. Die beiden demonstrieren ihr Training. Absolute Fairness gegenüber dem Trainingspartner ist oberstes Gebot.
Tanja Lenhart (30) umtanzt ihren Boxpartner und schlägt dann mit der rechten Geraden zu. Ihr Partner wehrt ab. Die 30-Jährige trainiert seit zwei Jahren in der Sportfabrik. "Boxen ist ein umfangreiches Training", schwärmt sie. "Alle Muskelgruppen werden trainiert." Zwei- bis dreimal in der Woche steht sie auf der "Matte". "Danach fühle ich mich jedes Mal wunderbar", nennt sie einen Grund für Ihre Begeisterung. Der andere: " Das Boxen gibt mir Selbstvertrauen." Das wird sie in ihrem Beruf gut gebrauchen können. Tanja absolviert eine Ausbildung zur Polizistin.